Negersiedlung - Linz's vergessener Stadtteilansicht01

Eine Stadtrandsiedlung aus den 30er Jahren
Z
wischen 1933 und 1937 wurde einigen Hundert der zahlreichen Arbeitslosen in Linz die Chance gegeben, in einem speziellen Arbeitsbeschäftigungsprogramm Siedlungshäuser am Stadtrand (Wohnfläche ca. 90 m2) zu bauen. Lohn für die geleistete Arbeit wurde nur zum Teil bezahlt, sie durften dafür in „ihren“ (weil durch Eigenarbeit errichteten) Häusern mit großen, zur Selbstversorgung gedachten Gärten billig wohnen. Die größte Siedlung entstand in Kleinmünchen-Schörgenhub (180 Häuser). Aber auch südlich des Dorfes St. Peter wurden ca. 60 solche Häuschen errichtet. Groß war die Enttäuschung, als zur Errichtung der „Reichswerke Hermann Göring“ im schon damals definierten Industrieviertel ab Juli 1938 begonnen wurde, die ca. 400 Haushalte von St. Peter/Zizlau - einschließlich der gerade neu errichteten hausschild1 thumbSiedlungshäuser abzusiedeln. Etliche Häuschen der „Negersiedlung“ (so bezeichnet wegen der schwarz gebeizten Holzverkleidung) blieben jedoch sowohl vom Bagger als auch großteils von den Bomben verschont. Einige Siedler hatten sich Absiedlungsversuchen entzogen, einige schafften es, in die Produkte ihrer Hände Arbeit zurückzufinden. Die VOEST übernahm mit ihrer Wohnungsgesellschaft (GIWOG) das Eigentum an dem nach wie vor für die Industrieerweiterung vorgesehenen Land, siedelte in den restlichen Häusern Arbeiter an und vermietete die Grundstücke mit nicht renovierbaren Häusern als Schrebergärten. Letztlich verblieben 15 der alten Siedlungshäuser in der neuen, bis heute bestehenden Verwaltung.
Einige (zuletzt 4) der alten Siedlerfamilien leben jedoch noch heute in „ihren“ damaligen Häusern, und auch die anderen Bewohner haben eine schier unglaubliche Gartenidylle in liebevoller Pflege von Haus und Grund entstehen lassen: die „Negersiedlung“ des alten St. Peter/Zizlau.

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