Negersiedlung - Linz's vergessener Stadtteil

 


Haus Nr. 74 / 76 - Fam. Heilmann / Peterseil


Zu meiner Person:

Mein Name ist Heilmann Markus ich bin 1977 geboren und lebte zusammen
mit  meiner  Familie Vater Franz  und  Mutter Anna  in  der  Gaisbergerstr.74

Gaisberberstr.74-76In der anderen Haushälfte (Gaisberberstr.76) wohnte auch noch meine Großmutter Maria Peterseil (†1996) mit ihrem Mann Friedrich (†1980).
Unsere Haushälfte war noch einmal geteilt und über uns wohnte Fr.Gumprechtsberger in einer 2 Zimmer Wohnung mit Plumpsklo, unsere Wohnung bestand aus 3 Zimmern da meine Eltern aus dem Vorraum eine kleine Küche machten hatten wir eines mehr. Der Garten und der Keller wurde von allen Bewohnern benützt. Bad gab es keines, im Keller befand sich ein großer Holzofen aus Stein der zum auskochen der Wäsche gedacht war und ein Steintrog wo man sich waschen konnte bzw. seine Wäsche waschen. Die Waschrumpeln lagen bis zu letzt im Keller. Meine Eltern haben im Keller eine elektrische Duschtasse aufgestellt so konnte wir schon mit warmen Wasser duschen. Mein Großmutter hatte bis zuletzt keine andere Waschmöglichkeit als das Waschbecken in der Küche.
Ich war 5 oder 6 da zog Fr.Guprechtsberger ins Altersheim und wir bekamen die oberen 2 Zimmer dazu und ich bekam ein Kinderzimmer und meine Eltern bauten die Küche in ein Bad um. Der Garten ca.1000m² mußte nicht mehr geteilt werden, 2 große Gartenhütten befanden sich auf unserem Grundstück die früher für die Tiere (Hühner, Enten, Schwein) genützt wurden und als Holzlager für die Heizung. Die meisten Bewohner der Negersiedlung hatten einen Holz oder Koksofen wir heizten mit einen kleinen Ölofen.
Die Infrastruktur der Negersiedlung war damals sehr gut, es gab einen großen Konsummarkt eine Trafik ein Gasthaus ein Kreisler im 54er Lager, die sperrten nach und nach zu und es blieb nicht mehr viel über nur noch der Kreksamer in seiner Blechhütte und die Gärtnerei gab es noch.
Aber das störte niemand es war ja nur ein Katzensprung nach Kleinmünchen.
Die Siedlung war so schön in meiner Kindheit, sie war belebt alle Häuser waren bewohnt rundum die ganzen Häuser waren viele viele Gartenanlagen durch die sich Schotterstraßen zogen, eine grüne Oase, man konnte so schön Spazieren gehen jeder kannte jeden.

Wir hatten es alle immer schon geahnt das es die Siedlung einmal nicht mehr geben wird und sie immer kleiner wird, es hat schleichend begonnen, alle Leute die Starben da bekamen die Kinder kein Miet oder Wohnrecht mehr und die Häuser wurden abgerissen eins nach dem anderen über Jahre hinweg, danach mußten noch die Schrebergärten weg Südseitig wegen Funkbeton, Lisag und jetzt LKW Parkplatz, Westseitig hinter und vor der Werksgärtnerei wegen Fa.Ahorner und dem Straßenbauamt-Magistrat aber der größte Teil ist bis Dato noch unbebaut.
2005 kamen dann die meisten Häuser an die Reihe, wir bekamen ein schönes Weihnachtsgeschenk, sie schickten uns kurz vor Weihnachten einen Räumungsbescheid das wir in 3 Monaten ausziehen müssen, die Häuser wurden abgerissen um dort Stahl Bunde zu lagern, die paar Bunde die dort wirklich gelagert worden sind haben sich wirklich nicht ausgezahlt, der Lagerplatz steht leer.

Blechcoils sind eben mehr Wert wie Menschen die nach Jahrzehnten ihr Haus und Heim verlieren.


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